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Dilemma Sonnenschutz:  Gut für die Haut – schlecht für die Umwelt

Mückenschutz

So gut und wichtig Sonnenschutzmittel für unsere Haut sind: Derzeit stehen viele UV-Filter unter Beobachtung, da sie eventuell eine Gefährdung der Meeresumwelt darstellen könnten. So wurden UV-Filter unter anderem in Fischen nachgewiesen und scheinen zur Korallenbleiche beizutragen. Aus diesem Grund hat nun Hawaii als erster US-Bundesstaat ein Gesetz erlassen, das den Verkauf von Sonnencremes mit den Inhaltsstoffen Octinoxat und Oxybenzon verbietet, so ein Bericht der Deutschen Presseagentur.

Auch in Deutschland sind UV-Filter aus Sonnencremes in Gewässern zu finden, zum Beispiel in der Ostsee, wie Messungen in Strandnähe 2015 ergaben. Das Umweltbundesamt (UBA) beschäftigt sich vorsorglich seit Jahren mit UV-Filtern: Einige der Stoffe wirken hormonähnlich, manche reichern sich in der Umwelt und in Organismen an - mit unklaren Langzeitfolgen. „Die Konzentrationen an chemischen UV-Filtern, die in deutschen Gewässern gemessen werden, sind bisher noch so, dass kein Fisch akut lebensbedroht ist“, sagt Jürgen Arning vom Umweltbundesamt der Deutschen Presseagentur. Ein flächendeckendes Monitoring von Gewässern in Hinblick auf UV-Filter gebe es allerdings nicht.

Natürlicher Sonnenschutz:

Die Suche nach Alternativen Um das ökologische Problem zu lösen, wird nach natürlichen UV-Filtern gesucht, schreibt Prof. Schwarz. So schützten sich Protozoen, Algen, Seetang, Korallen, Wirbellose, Fische aber auch terrestrische Pilze unter anderem durch die Produktion von Mycosporin-artigen Aminosäuren (MAA). MAA werden über einen komplexen Syntheseweg produziert. Die Hauptabsorption liegt zwischen 268 nm und 362 nm, deckt also nahezu den gesamten UV-Bereich ab. MAA sind photostabil und haben zusätzlich antioxidative Eigenschaften. Zwar gibt es einige wenige Präparate, die bereits MAA beinhalten, allerdings in einer derart niedrigen Konzentration, dass die Filterwirkung vermutlich zu vernachlässigen ist und der UV-Schutz in diesen Präparationen durch die konventionelle Filtersubstanzen erreicht wird.

Aus Sicht des Dermatologen ist die Entwicklung und Herstellung von MAA dennoch vielversprechend. Eine umweltschonende Alternative zu Sonnencremes ist das Tragen von Neopren-Anzügen beim Schnorcheln oder Tauchen.

Gekürzt nach Prof. Dr. Thomas Schwarz, in hautnah, 1/2018 Sonderheft
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