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Grippe / Schweinegrippe (Stand: Oktober 2017)

 

I. Grundlagen

Grippe (Influenza) ist eine durch Viren verursachte schwere Allgemeininfektion. Es kommt zu hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl, starken Halsschmerzen und heftigem Husten. Es gibt 3 verschiedene Viren, die eine Influenza auslösen können: Influenza A, B und C.

Influenza C kommt nur sehr selten vor. Es gibt keine Epidemien oder Pandemien.

Influenza B kommt schon häufiger vor. Wir sehen jedes Jahr ein paar Patienten. Aber auch für die Influenza B gilt: es gibt keine Epidemien oder Pandemien. Verläuft etwas schwächer als Influenza A.

Influenza A ist „die Grippe“, die sehr ansteckend ist (Tröpfcheninfektion) und die häufigsten Erkrankungen hervorruft. Es gibt jedes Jahr mehr oder weniger schwer verlaufende Epidemien (besonders im Winter 2013 war es schlimm) und manchmal eben auch sogenannte Pandemien (im Schnitt 3 mal pro Jahrhundert, zuletzt 2009/2010: damals Typ H1N1, sog Schweinegrippe). Pandemie heißt: eine Influenza A zieht über den Globus, wird Millionen Menschen anstecken und ist nicht aufzuhalten. Glücklicherweise verlief die sog. Schweinegrippe-Pandemie für gesunde Menschen nicht so schwer, wie ursprünglich befürchtet. Nur wenig Menschen starben, aber einige waren sehr krank. Auch in der letzten Saison waren viele „Schweinegrippefälle“ dabei, aber da viele Menschen schon durch Impfung oder eine durchgemachte Schweinegrippe immunisiert waren und sind, d.h. vor der Schweinegrippe geschützt, kann es zu keiner Pandemie mehr kommen. Es kommt also nur zu den üblichen Epidemien, die vor allem Kinder betreffen.

 

II. Impfungen gegen Grippe

Die Impfung ist empfohlen für alle Menschen ab 6 Monaten mit chronischen Erkrankungen:

Insbesondere für Menschen mit Asthma oder bronchialer Überempfindlichkeit, so dass bei Infekten immer wieder auf Inhalationen mit Salbutamol oder Kortison zurückgegriffen werden muss. Aber auch bei Diabetes, Herzerkrankungen oder neurologischen Erkrankungen, insbesondere aber auch bei körperlichen Behinderungen, sowie bei Personen, die älter als 60 Jahre sind  besteht ein erhöhtes Risiko schwer an Influenza zu erkranken oder sogar daran zu versterben. Darüber hinaus ist die Impfung empfohlen für alle Kontaktpersonen von Schwerkranken und für alle Menschen im Gesundheitswesen. In Bayern können auch  „Nicht-Chroniker“ großzügig von der Impfung Gebrauch machen. Dies entspricht auch unserer Empfehlung, denn: im Rahmen der globalen Überwachung aller Grippekrankheitsfälle im Rahmen der sogenannten „Schweinegrippe“ kam es zu neuen Erkenntnissen:

Das amerikanische Überwachungsinstitut für Infektionskrankheiten (Center of Disease Control) in den USA beobachtet seit Jahren eine deutliche Zunahme von influenzabedingten Todesfällen bei ursprünglich gesunden Kindern und Jugendlichen. Internationale Studien zeigen klar, dass 50% der an schweren Komplikationen der Influenza erkrankten Säuglinge und Kinder vorher völlig gesund waren.
Aufgrund ihrer engen sozialen Kontakte (in Kinderkrippe, Kindergarten oder Schule) erkranken Kinder häufig zuerst und tragen das Virus dann in die Familien.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO befürwortet eine Grippeschutzimpfung für alle Kinder ab dem 6. Lebensmonat bis zum 5. Geburtstag. Die Sächsische Impfkommission schließt sich an und empfiehlt die Impfung zusätzlich für alle Schulkinder und Jugendlichen. Großbritannien, USA, Kanada und Österreich geben ebenfalls eine generelle Impfempfehlung ab dem Alter von 6 Lebensmonaten.
All diese Ländern gehen damit einen Schritt weiter, als die derzeit in Deutschland geltende Empfehlung, lediglich Kinder, die unter einer chronischen Erkrankung lei-den, gegen Grippe impfen zu lassen. „Kinder gelten als die Hauptüberträger von Grippeerregern, da sie generell intensivere und häufigere Kontakte mit anderen Menschen haben als Erwachsene (z.B. im Kindergarten und in der Schule) und zu-dem nicht so sehr auf Hygiene achten. Darüber hinaus scheiden Kinder im Vergleich zu Erwachsenen größere Virenmengen über eine längere Zeit aus“, erklärt Dr. Ursel Lindlbauer-Eisenach vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die auch langjähriges Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin war.
Deshalb plädieren immer mehr deutsche Kinderärzte dafür (wir gehören dazu), auch gesunde Kleinkinder impfen zu lassen, insbesondere wenn in deren Familie ein Säugling, älteres Familienmitglied oder ein chronisch Kranker lebt.
Dass sich die Ansteckungsgefahr in der Gesellschaft insgesamt deutlich verringern lässt, legen Untersuchungen aus Japan, Kanada und den USA nahe: Die Zahl der Influenzaerkrankungen nahm in diesen Ländern auch bei den ungeimpften Erwachsenen deutlich ab, wenn die Kinder gegen Grippe geimpft wurden.

Geimpft wird in unserer Praxis ab Ende September, wir schreiben gefährdete Patienten bzw. ihre Eltern an, wenn diese dies wünschen.

Nutzen Sie also die Möglichkeiten, um sich und Ihre Familie zu schützen und gut für die neue Grippesaison vorzubereiten. Durch Impfung und dadurch, dass Sie sich angewöhnen häufig die Hände zu waschen, insbesondere wenn Sie gerne Hände schütteln (muss das immer sein?)… Weitere Informationen finden Sie beim Robert-Koch-Institut unter www.rki.de und beim Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de)

Ihre Kinderärzte       Dr. med. Simone Heier,    Dr. med. Gertrud Reiter    und Dr. med. Achim Timnik

 

Bitte beachten Sie die Regeln der Krankenkassen für die Grippeimpfung für die Saison 2017/18:

In Schwaben wird allen Patienten als Standardimpfstoff Xanaflu® angeboten. Xanaflu® ist ab 6 Monaten zugelassen und gut verträglich. Außerdem gibt es den Impfstoff InflusplitTetra®, der ein erweitertes Schutzspektrum hat. Auch dieser Impfstoff ist gut verträglich und von den Arzneimittelbehörden zugelassen, aber etwas teurer und wird deshalb nicht für alle Patienten von den gesetzlichen Kassen in Bayern bezahlt. Daneben gibt es noch einen Impfstoff, der über die Nase verbreicht wird: FLUENZTetra ®. Die Empfehlung Fluenz-Tetra® bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren bevorzugt zu verwenden wurde zurückgezogen, da die Wirksamkeit schlechter als erwartet und schlechter als in den ersten Studien beobachtet war. Möglicherweise lag das an der Art und Weise der Gabe des Impfstoffs (vielleicht wurde er auch zu schnell wieder „herausgeniesst“). Kinder mit Spritzenangst können den Impfstoff dennoch bekommen, ansonsten müsste er selbst bezahlt werden (s.u. oder auch für mehr Info auf unserer Homepage www.timnik.de.). Die Empfehlungen für die Grippeimpfung, sofern Sie Ihr Kind oder sich selbst impfen lassen wollen, lauten also:

1. Xanaflu® als Regelimpfstoff für alle.

2. InflusplitTetra®: dieser Impfstoff wird gespritzt. Natürlich ist auch dieser Impfstoff zugelassen, gut verträglich, aber eben teurer (er kostet ca. 13,11 Euro). Statt 3 Komponenten bietet er 4 und schützt besser gegen Influenza B. Bisher kann man nur bei den Privatkassen von einer Erstattung ausgehen. Für Kassenpatienten gilt: evtl. bekommen Sie, die Sie sich für diesen Impfstoff entscheiden, die Kosten ganz oder teilweise erstattet. Dies muss mit der Kasse individuell verhandelt werden.

3. Fluenz-Tetra®: dieser Impfstoff wird in die Nase gesprüht, es braucht keinen Pieks. Zugelassen ist er für Kinder von 2 bis 17 Jahren. Die Kosten der Impfung und des Impfstoffs werden für Privatpatienten und Kinder mit Spritzenphobie von den Kassen übernommen. Falls Sie diesen Impfstoff für Ihr Kind wünschen und ihn selbst bezahlen wollen, müssen Sie mit Kosten von ca. 25 Euro für den Impfstoff. Hinzu kommt die Impfleistung. Sie beträgt nach ärztlicher Gebührenordnung GOÄ in unserer Praxis (einfacher Satz der Ziffern 1 und 7 = 14 Euro bei Kinder über 4 Jahren , unter 4 Jahren 20 Euro)

Falls Sie sich als Kassenpatient für einen der beiden Impfstoffe entscheiden, die nicht automatisch erstattet werden (also InflusplitTetra® oder für Fluenz-Tetra®), dann bekommen Sie von uns eine Rechnung über den Impfstoff und die Impfleistung. Für welchen Impfstoff Sie sich auch entscheiden, nutzen Sie auf jeden Fall die Möglichkeit sich und Ihre Familie zu schützen. In der Grippesaison kommt es immer zu den meisten Lungenentzündungen. Die Grippe schwächt.
Da wir in einer Saison viele Grippeimpfungen durchführen, wollen wir dieses Jahr am Beginn der Grippe-Impfsaison einen besonderen Service einführen: Grippe-Impfnachmittage !! An diesen 3 Nachmittagen stehen wir mit einer doppelten Besetzung zur Verfügung um auf unkomplizierte Weise mit wenig Wartezeit Grippeimpfungen durchzuführen. Geplant haben wir das für Freitag, 13.10. nachmittags, Freitag, 20.10. nachmittags und Freitag 27.10. nachmittags, jeweils von 13.30 Uhr bis 16 Uhr.
Wenn Sie dies Angebot nutzen wollen, brauchen Sie keinen Termin zu vereinbaren, sondern kommen einfach zur Impfung vorbei. Allerdings würden wir dann auch keine anderen Behandlungen oder Beratungen durchführen. Testen Sie mit uns das neue Angebot!

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre Kinderärzte       Dr. med. Simone Heier,    Dr. med. Gertrud Reiter    und Dr. med. Achim Timnik